Festliches Hochamt mit Firmung zum 850-jährigen Kirchenjubiläum – Bischof Dr. Heinrich Mussinghoff zu Gast an St. Cäcilia

firmung3Am Sonntag wurde es feierlich. Mit großer Freude begrüßten Pfarrer Andreas Galbierz, Pfarrvikar Vinzenz van Tung und Pfarreiratsvorsitzender Martin Kamitz unseren Aachener Bischof Dr. Heinrich Mussinghoff.

firmung4Alle unsere Messdiener hatten sich, ganz schön aufgeregt, in der Sakristei versammelt. Einem richtigen Bischof zu dienen, war etwas ganz Besonderes. Schon Tage zuvor hatte man, gemeinsam mit den 29 Firmlingen und ihren Paten, für dieses feierliche Hochamt geübt und sich intensiv darauf vorbereitet. Auch unsere Organistin und Chorleiterin, Ruth Spaltmann, hatte sich viele Abende mit dem Chor Spirits of HamONie, den Kirchenchören Niederzier und Oberzier sowie unserer Jugendband, auf die musikalischen und gesanglichen Beiträge vorbereitet.

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firmung1Dann war es soweit: Messdiener, Firmlinge und ihre Paten aus den Pfarrgemeinden St. Thomas von Canterbury Ellen, St. Antonius Hambach, St. Josef Huchem-Stammeln, St. Cäcilia Niederzier und St. Martin Oberzier zogen unter den Klängen „Zeige uns den Weg, wenn der Morgen winkt“ mit Bischof Dr. Heinrich Mussinghoff, Pastor Andreas Galbierz und Pfarrvikar Vinzenz van Tung, in die festlich geschmückte und bis auf den letzten Platz gefüllte Pfarrkirche ein. Das festliche Hochamt wurde – mit Blick auf die Firmung und unser 850-jähriges Kirchenjubiläum – unter dem Motto „Spuren im Sand“ gefeiert.

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Alle Firmlinge hatten sich während ihrer Vorbereitungszeit mit vorgetragenen Texten zur Begrüßung unseres Bischofs, zum Kyrie und Gloria, zu den Fürbitten und für die eigentliche Firmzeremonie eingestimmt. Mit Spannung wurde die Predigt unseres Bischofs Dr. Heinrich Mussinghof erwartet. Große Freude herrschte schließlich über die von ihm vorgetragene Verbindung von Firmung und Kirchenjubiläum.

Und das sagte unser Bischof:

Liebe Schwestern und Brüder im gemeinsamen Glauben!
Liebe junge Christen!

Wir feiern den 850. Jahrestag der Weihe dieser der hl. Cäcilia gewidmeten Kirche. Am 30. August 1165 fand die feierliche Konsekration der Kirche durch Philipp, den Bischof von Osnabrück und Graf von Katzenelnbogen statt. Ein Wachssiegel im Altar bestätigt die Weihe und den weihenden Bischof. Damit gehört St. Cäcilia zu Niederzier zu den ganz alten Kirchen unseres Bistums. Ich freue mich, mit Ihnen und Euch diesen Festtag zu feiern. Ein solches Ereignis ist wert, gefeiert zu werden mit Dank gegen Gott und die vielen Menschen in Niederzier, die diese Kirche erhalten und immer wieder erneuert haben. Hier in Niederzier lebt der christliche Glaube seit Jahrhunderten.

Es ist schön, dass heute 29 Jugendliche das Sakrament der Firmung empfangen. Wir schauen nicht nur zurück, was vor Jahrhunderten geworden und gewachsen ist, sondern wir schauen in die Gegenwart und Zukunft. Ihr, liebe Jugendliche, seid die Zukunft der Kirche in Niederzier. Euch wird die Zukunft der Kirche und des Glaubens ans Herz gelegt und anvertraut. Der Glaube wird durch Euch Gestalt gewinnen und ein menschliches Gesicht bekommen an diesem Ort und darüber hinaus. Ihr seid berufen, Jüngerinnen und Jünger Jesu Christizu sein in der Gemeinschaft seiner Kirche.

Ich habe gelesen, dass der Taufstein Eurer Kirche aus dem 12. Jahrhundert stammt. Und ich gehe davon aus, dass viele von Euch auch in dieser Kirche und über diesem Taufstein getauft worden sind. Wie Ihr wisst, gibt es drei Grundsakramente, die sozusagen die Tür in den christlichen Glauben und in die Kirche hinein sind; es sind die Sakramente der Taufe, der Firmung und der Eucharistie. Sie zusammen machen uns zu vollgültigen Mitgliedern seiner Kirche.

Vor vierzehn Tagen habe ich eine Großnichte getauft. Da ich Urlaub in Israel gemacht habe, sind wir nach Banias gefahren, das auch Caesarea Philippi heißt. Dort sind Jordan-quellen. Wir haben Jordanwasser in eine Flasche gefüllt und mit diesem Jordanwasser die kleine Anna-Maria getauft. Dabei wurde zeichenhaft deutlich, dass diese Taufe in besonderer Weise an die Taufe erinnert, die Jesus durch Johannes den Täufer im Jordan erhielt. So haben wir bei dieser Taufe die besondere Verbindung zur Taufe Jesu erfahren. Nachdem wir das Jordanwasser im Auto verstaut hatten, sind wir den Jordan entlang gelaufen, einen wunderschönen kühlen Weg von gut einer Stunde, bis wir zu einem mächtigen Wasserfall kamen. Wir haben dort aus dem 42. Psalm gebetet: „So wie sich der Hirsch nach der Wasserquelle sehnt, so sehnt sich meine Seele nach dir, mein Gott“. In nicht wenigen Menschen lebt die Frage nach Gott und eine Sehnsucht nach ihm. Und diese Sehnsucht hat Christen getrieben, Außerordentliches zu tun und zu leben. So hat z.B. Schwester Dr. Ruth Pfau die schreckliche Krankheit der Lepra in Pakistan besiegt und Schwester Dr. Raphaela Händler in Tansania und Namibia die AIDS-Seuche bekämpft. Wir können viele Beispiele von Menschen finden, die Großes durch ihren Glauben bewirkt haben. Dieses Gebet von der Sehnsucht nach Gott findet sich an der Nordseite Eurer Kirche und will Euch an diese Suche und Sehnsucht nach Gott und nach einem christlichen Leben erinnern. Die jüdische Dichterin Nelly Sachs sagt in einem ihrer Gedichte: „Vielleicht aber braucht Gott die Sehnsucht, wo sollte sonst sie auch bleiben“. Ja, Gott hat Sehnsucht nach den Menschen, Gott hat Sehnsucht nach Euch und nach uns allen. Gottes Sehnsucht wird erfahrbar, wenn wir uns ihm in unserer Sehnsucht öffnen.

Gleich werdet Ihr vor mich treten, um die Firmung zu empfangen. Ich werde Euch die Hand auf den Kopf legen und auf Eure Stirn mit dem hl. Chrisam das Zeichen des Kreuzes zeichnen. Dabei werde ich sprechen, dass Gottes Heiliger Geist Euch und Euer ganzes Leben erfüllen möge.

Gottes Geist ist eine dynamische Kraft, die uns zu einem guten christlichen Leben inspiriert, ein Geist der Weisheit und der Einsicht, ein Geist des Rates, der Erkenntnis und der Stärke, ein Geist der Frömmigkeit und der Gottesfurcht. Dieser Geist ermächtigt uns, Gott zu ehren und unseren Mitmenschen Gutes zu tun, besonders den Armen, Kranken, Benachteiligten und Flüchtlingen dieser Erde. Vor der eigentlichen Firmung antwortet Ihr – und ich hoffe, aus eigener Einsicht und Entscheidung -, dass Ihr dem Bösen absagen wollt, um in der Freiheit der Kinder Gottes zu leben, um ganz frei und ganz gute und liebenswürdige Menschen zu werden und immer mehr zu sein. Ihr werdet dreimal auf die Frage nach dem Glauben an Gott, den Vater, an Jesus Christus, Gottes Sohn und an den Heiligen Geist antworten: Ich glaube. Was die Eltern und Paten bei der Taufe, als Ihr noch unmündige Kinder wart, geantwortet haben, werdet Ihr jetzt aus eigener Einsicht und Entscheidung antworten. Das ist ein wichtiger Tag für Euer Leben: Ihr sagt vor der versammelten Gemeinde: Ich glaube und Ihr gehört damit tiefer in die Gemeinschaft der Glaubenden. Das dritte Sakrament, um das es geht, ist die Eucharistie. In der hl. Messe verbinden wir uns mit dem lebendigen Christus, der sich uns in gewandeltem Brot und Wein als Speise und als Stärkung für unser Leben gibt. Wir beten: „Gottheit tief verborgen, betend nah ich dir. Unter diesen Zeichen bist du wahrhaft hier. Sieh, mit ganzem Herzen schenk ich dir mich hin, weil vor solchem Wunder ich nur Armut bin.“

Liebe junge Christen, liebe Gemeinde!
Die Firmung, die Stärkung der jungen Menschen im Glauben und das Fest der 850-Jahrfeier dieser Ihrer Kirche St. Cäcilia führt uns zusammen. Möge der Glaube in uns allen eine Kraft werden, die uns zu einem Leben in Gottes- und Nächstenliebe führt. Amen.

Höhepunkt des festlichen Hochamtes war die Firmung der 29 Firmlinge durch den Bischof. Er legte die Hand auf den Kopf eines jeden Firmlings und zeichnete die Stirn mit dem hl. Chrisam als das Zeichen des Kreuzes und wünschte jedem Firmling, dass Gottes Heiliger Geist sein ganzes Leben erfüllen möge.

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Das feierliche Hochamt endete mit dem Auszug aller Beteiligten zum obligatorischen Erinnerungsfoto vor der Pfarrkirche. Danke sagen wir an dieser Stelle allen die mitgeholfen haben, dass dieses unvergessliche Ereignis in unserer Pfarrkirche stattfinden konnte. Danke an unsere Messdiener und ihren Betreuerinnen Alexandra Burghardt und Katja Grunwald, Ruth Spaltmann als Organistin und Chorleiterin, unserem Chor Spirits of HamONie, den Kirchenchören Niederzier und Oberzier, der Jugendband, den Mitgliedern des Pfarreirates und den vielen, die im Hintergrund vieles vorbereitet haben. Ein besonderer Dank gilt den zahlreich erschienenen Mitgliedern unserer kirchlichen St. Nikolaus Schützenbruderschaft, hierüber haben wir uns sehr gefreut. Zum Abschluss verblieben noch viele Besucher in der Kirche, um einem Kurz-Konzert unseres Chores Spirits of HamONie zu lauschen.

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Firmung

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