St. Cäcilia
Eine Seite der Pfarrgemeinde NiederzierReligiöses Buch des Monats
von Biergans
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Juli.
Geh, dein Glaube hat dir geholfen
Georg Schwikart (Hg.)
Verlag Neue Stadt (2026)
142 Seiten
MedienNr.: 625493
ISBN 978-3-7346-1378-4
16,00 € Preis ohne Gewähr
Die Bedeutung von Religion in unserer Gesellschaft nimmt immer weiter ab, massive Kirchenaustrittszahlen und innerkirchliche Richtungsstreitigkeiten scheinen eine düstere Zukunft vorzuzeichnen. Aber ist wirklich alles so schlecht und der Glaube so Geh, dein Glaube hat dir geholfenkraftlos? Der evangelische Theologe und Autor Georg Schwikart hat sich nach einer „Jammerpredigt“ eines Kollegen an ein Wort erinnert, das Jesus in den Evangelien verschiedenen Menschen zuspricht: „Geh, dein Glaube hat dir geholfen!“ Und er hat dieses Jesuswort zum Ausgangspunkt genommen, einige Dutzend ihm bekannter Menschen genau dies zu fragen: Wie hat dein Glaube dir in deinem Leben geholfen? Was gibt dir Kraft auch in schwierigen Zeiten, was gibt dir das Vertrauen, in allen Lebenslagen gehalten und getragen zu sein? Die Antworten sind in diesem Buch versammelt: 59 Frauen und Männer verschiedenen Alters und verschiedener christlicher Konfessionen, etwa die Hälfte davon Theologen und Seelsorger, aber auch Menschen mit ganz unterschiedlichen zivilen Berufen schreiben über ihren Glauben, jede und jeder in seinem ganz persönlichen Stil und aufgrund seiner individuellen Erfahrungen. Denn es geht ja bei diesen Fragen ausdrücklich um persönliche Glaubenserfahrungen, also eher darum, wie und wodurch und weshalb man glaubt, nicht um dogmatische Glaubensinhalte. Und es sind auch keine rein theoretischen Erwägungen über das Wesen und die Kraft des Glaubens, vielmehr in der Lebenspraxis – auch durch teils lange Phasen des Suchens und Zweifelns hindurch – gewonnene und bewährte Einsichten. Darunter gibt es durchaus Erfahrungen, die mehrfach wiederkehren: die Stille und das Staunen über die Schöpfung in der Natur; Dankbarkeit für ein im Rückblick insgesamt als gelungen empfundenes Leben; eine überstandene schwere Krankheit; Sinnerfahrung im eigenen helfenden Handeln; die Unterstützung durch Freunde und Familie, Gemeinschaftserfahrung überhaupt; Schönheitserfahrungen in Kunst und Musik; das Gebet als Möglichkeit, mit Gott ins Gespräch zu kommen; der Glaube an ein Leben nach dem Tod – all das wird von vielen Menschen als Kraftquelle in den Wechselfällen des Lebens erfahren. Ebenso interessant sind die eher individuellen Erlebnisse – wenn etwa eine über 80-jährige Autorin eine konkrete Naturerfahrung als Metapher für das eigene (Glaubens-)Leben sehen kann: „Ein Apfelbaum in meinem Garten, der jahrelang ohne Früchte blieb, trägt wieder.“ Und ebenso beeindruckend wie berührend die Formulierung, mit der eine junge Maschinenbauingenieurin ihre Motivation für den christlichen Glauben beschreibt: „Gott wurde Mensch in Jesus, damit er mit uns leiden kann. … Dieser Gott ist für mich vollkommen glaubwürdig. Er verdient meinen Glauben und meine Liebe.“ Es sind kurze Texte, die ohne große Umschweife sofort zum Punkt kommen, den meisten Autoren reichen zwei Seiten. Insgesamt aber gelingt diesem bunt schillernden Kaleidoskop von Glaubenserfahrungen eine mehrfache Ermutigung, weil sie zeigen: dass es nach wie vor eine große Gemeinschaft von Glaubenden gibt, dass die Glaubenswege dennoch recht unterschiedlich sein können und dürfen (und nicht immer nur gerade verlaufen) – und dass es sich lohnt, sich selbst über die eigene Glaubenserfahrung Gedanken zu machen. Und so ist es nur logisch, dass das Buch mit einer entsprechenden Aufforderung endet.
Als „Religiöses Buch des Monats“ benennen der Borromäusverein, Bonn, und der St. Michaelsbund, München, monatlich eine religiöse Literaturempfehlung, die inhaltlich-literarisch orientiert ist und auf den wachsenden Sinnhunger unserer Zeit antwortet.



