Liturgie

von Biergans am 27.09.2021 in Liturgie

03. Oktober 2021 – 27. Sonntag im Jahreskreis

ZUM EVANGELIUM                            Das Gesetz des Mose bestimmte, dass der Mann, wenn er sich von seiner Frau trennen will, ihr eine Scheidungsurkunde aushändigen muss. Jesus betrachtet die Möglichkeit der Ehescheidung als ein Zugeständnis; er begnügt sich nicht mit der Auskunft über das gesetzlich Erlaubte, sondern verweist auf die Schöpfungsordnung. Gott hat Mann und Frau als Partner einer personalen Gemeinschaft geschaffen, die der Mensch nicht auflösen darf. – Der Schlussteil dieses Evangeliums ist ein weiteres Stück Jüngerbelehrung. Wie in der Bergpredigt den Armen, so spricht Jesus hier das Reich Gottes den Kindern zu: denen, die keine Leistung aufweisen und nur ihre leeren Hände hinhalten können.

Evangelium (Mk 10, 2–12)

In jener Zeit kamen Pharisäer zu Jesus

und fragten: Ist es einem Mann erlaubt,

seine Frau aus der Ehe zu entlassen?

Damit wollten sie ihn versuchen.

Er antwortete ihnen: Was hat euch Mose vorgeschrieben?

Sie sagten: Mose hat gestattet, eine Scheidungsurkunde auszustellen

und die Frau aus der Ehe zu entlassen.

Jesus entgegnete ihnen: Nur weil ihr so hartherzig seid, hat er euch dieses Gebot gegeben.

Am Anfang der Schöpfung aber

hat Gott sie männlich und weiblich erschaffen.

Darum wird der Mann Vater und Mutter verlassen

und die zwei werden ein Fleisch sein.

Sie sind also nicht mehr zwei, sondern ein Fleisch.

Was aber Gott verbunden hat,

das darf der Mensch nicht trennen.

Zu Hause befragten ihn die Jünger noch einmal darüber.

Er antwortete ihnen: Wer seine Frau aus der Ehe entlässt

und eine andere heiratet, begeht ihr gegenüber Ehebruch.

Und wenn sie ihren Mann aus der Ehe entlässt

und einen anderen heiratet, begeht sie Ehebruch.

Für den Tag und die Woche

Unser Herz sehnt sich so sehr nach Liebe, dass wir immer versucht sind, uns an den Menschen, der uns Liebe, Zuneigung, Sympathie, Freundschaft oder Fürsorge schenkt, zu klammern… Es fällt der Liebe schwer, nicht in Besitz zu nehmen, denn unser Herz sehnt sich nach vollkommener Liebe, die aber kein Mensch geben kann. Nur Gott kann vollkommene Liebe schenken. Deshalb gehört zur Kunst des Liebens auch die Kunst, einander Raum zu gewähren. Wenn wir in den Raum des anderen eindringen und ihm nicht erlauben, ein freier Mensch zu sein, stiften wir in unseren Beziehungen viel Kummer und Enttäuschung. Gewähren wir jedoch einander Raum, in dem wir uns bewegen und unsere Gaben austauschen können, kann es zu wahrer Nähe kommen. (Henri Nouwen)

Quelle: SCHOTT LESEJAHR B

Hier gehts zum „WORT ZUM SONNTAG“