Religiöses Buch des Monats

Religiöses Buch des Monats April

Hoch und heilig
Johannes Eckert
Kösel (2016)

143 S.
fest geb.
MedienNr.: 586448
ISBN 978-3-466-37165-5
ca. 16,99 € Preis ohne Gewähr

Auf einem Berg fühlt man sich dem Gewöhnlichen, Alltäglichen entrückt und dem Himmel, dem Heiligen irgendwie näher – diese Erfahrung teilen viele Menschen, in allen Kulturen und Epochen. So ist es nicht verwunderlich, dass auch in der Bibel immer wieder die Rede ist von Bergen, auf denen eine besondere Gotteserfahrung gemacht wird. Alleine im Matthäusevangelium wird sechsmal berichtet, dass Jesus auf einen Berg stieg – und jedes Mal erlebt er dort einen ganz besonderen Moment. Der Benediktinerabt Johannes Eckert betrachtet in seinem neuen Buch diese Gipfelerfahrungen Jesu, wie sie im Matthäusevangelium beschrieben sind. Er weist bei jedem der sechs Gipfelerlebnisse darauf hin, dass die Erfahrungen Jesu ganz in der Tradition des Volkes Israel mit seinen bisherigen Gotteserfahrungen stehen. An Beispielen aus dem Leben des hl. Benedikt zeigt er, wie die biblischen Vorbilder auch in das Leben jedes Christen hineinwirken sollen. Dabei geht es natürlich keineswegs ausschließlich um konkrete Bergerlebnisse, die Bergsteigern oder Wanderern vorbehalten wären, die Gipfel stehen eher für besondere Augenblicke, die in irgendeiner Weise aus dem Alltag herausgehoben sind, in denen sich in einer gewissen Abgeschiedenheit und Distanz der Blick weitet auf eine höhere Dimension, die sonst oft übersehen wird. Was kann man also aus den Gipfelerfahrungen Jesu für das eigene Leben herauslesen? Insgesamt eröffnet das schöne Buch mit den oft überraschenden, aber immer nachvollziehbaren Schriftbetrachtungen viele neue Perspektiven und ist auch eine intensive Einladung an alle Leser/innen, sich selbst zu fragen, was einem im eigenen Leben „hoch und heilig“ ist.

Als „Religiöses Buch des Monats“ benennen der Borromäusverein, Bonn, und der St. Michaelsbund, München, monatlich eine religiöse Literaturempfehlung, die inhaltlich-literarisch orientiert ist und auf den wachsenden Sinnhunger unserer Zeit antwortet.)