Der Sinn des Karnevals erschließt sich von der Fastenzeit her

clownDie Fastenzeit gilt als gebundene Zeit, denn in dieser Zeit waren die Christen an Verpflichtungen gebunden: Die Pflicht zum Fasten, d.h. zum Verzicht auf Fleisch, Milchprodukte und Eier, Mitfeier der Karwoche und der österlichen Gottesdienste, Teilnahme an der Osterbeichte.

Karneval hat vor dem Fastenbeginn nicht nur die Funktion des Dampfablassens, des „noch einmal auf die Pauke hauen”. Mit dem Aschermittwoch beginnt die Kirche den Weg durch Leid und Tod zur Auferstehung, zum himmlischen Jerusalem, Ostern. Dieser „Zeit des Geistes” wurde die „Zeit des Fleisches” vorangestellt, in der gespielt wurde, wie man falsch lebt: als Gottesleugner ein Narr, in der Rolle des Teufels als Gottesfeind, weltzugewandt und verloren in Sinneslust. Karneval war ein Spiel, das Gespielte keine Realität, sondern letztlich Abschreckung.

Karneval wird nicht vom ökonomischen Bedarf der Karnevalsvermarkter bestimmt, Gott sei Dank. Karneval und seine Zeit waren und sind abhängig von Ostern und der Ostern vorausgehenden Fastenzeit. Der Sinn des Karnevals erschließt sich nur von der Fastenzeit her. Und eigentlich dürfte nur der Karneval feiern, der auch anschließend fastet und sich auf Ostern vorbereitet. Ein seltsamer Narr, wer in der Fastenzeit noch närrisch sein will.

In diesem Sinne – wie jedes Jahr:

Wir wünschen allen Besucherinnen und Besuchern unserer Webseite

eine schöne Karnevalszeit und „veel Spaß an dr Freud“.

(Dr. theol. Manfred Becker-Huberti in pfarrbriefservice.de)

 

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